Chronik der Bugenhagen-Kirchengemeinde


Am 27.08.1953 fasst der Kirchenvorstand der Bugenhagen-Kirchengemeinde den Beschluss, die Pfarrbezirke Ellerbek und Wellingdorf zu trennen und zu selbständigen Gemeinden zu erheben. Somit wird der seit Jahrhunderten bestehenden Eigenständigkeiten der beiden Kieler Ortsteile auch im kirchlichen Raume Ausdruck gegeben.

Die Gemeinde Ellerbek behält mit Zustimmung des Landeskirchenamtes den alten Namen
"Bugenhagen-Kirchengemeinde Kiel-Ellerbek" und darf das nach dem geretteten Altarbehang gebildete Gemeindesiegel führen.

Nach der Verselbständigung der Bugenhagen-Kirchengemeinde wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche in Ellerbek langsam immer lauter. Gerade den älteren Gemeindemitgliedern war der Weg zur Notkirche in Wellingdorf, wo Sonntags im Wechsel mit der Gemeinde Wellingdorf Gottesdienste abgehalten wurden, zu beschwerlich.

Im Dezember 1956 erwarb der Kirchengemeindeverband das Grundstück an der Ecke Peter-Hansen-Straße und Lütjenburger Straße.

Jetzt konnten die Planungen in Angriff genommen werden. Der Verbandsausschuss des Kirchengemeindeverbandes macht sich im Januar 1957 das im Kirchenvorstand mit Vertretern des Bauausschusses und der Verbandsgeschäftsführung erarbeitete Konzept zum Bau kirchlicher Gebäude in Ellerbek zu eigen.

Die Planung sah vor:
  1. Kirche mit Turm und Gemeinderäumen
  2. Jugendheim
  3. Pastorat
Erwähnt werden muss, dass das Jugendheim als erstes gebaut werden sollte. Hierfür lieferte das Architektenehepaar Barbara und Wolfgang Vogt zur Anwerbung von Geldmitteln aus dem Bundesjugendplan im März 1957 eine einen Vorentwurf. Den ausgeschriebenen Wettbewerb entscheidet das Architektenehepaar Vogt für sich.

Am 3. Juli 1958 liegt die Baugenehmigung für das Jugendheim vor, und der Baubeginn erfolgt am 11. August des selben Jahres. Inzwischen ist das Architektenehepaar Vogt auch mit der inneren Ausgestaltung der zu bauenden Kirche beauftragt worden.
Sie bringen einen Entwurf für das Altarfenster der Künstler Dagmar Schultze und Altfried Rohs in den Kirchenvorstand ein. Dieser Entwurf wird nach einer Aussprache angenommen und kommt dann später zur Ausführung. Ferner werden die Entwürfe für den Taufstein und das Kruzifix von Wally Lincke angenommen und erstellt.

Am 26.09.1959 findet die Einweihung des Jugendheimes statt, das nun als "Haus der offenen Tür" geführt wird.
Das neue Pastorat in Ellerbek wird am 4. April 1960 gerichtet.

Kurze Zeit später, am 23. Mai 1960, wird endlich der Grundstein zur neuen Bugenhagenkirche in Anwesenheit von Bischof D. Halfmann und mit einer Ansprache von Propst Sonntag gelegt.

Jetzt macht der Bau aber auch schnelle Fortschritte, sodass am 15.09.1960 das Richtfest gefeiert werden konnte.

Auch die weitere Bauzeit ist verhältnismäßig kurz und somit findet die Einweihung der neuen Bugenhagenkirche
am 4. März 1961 durch Bischof D. Halfmann statt. Es ist ein schlichter, einfacher, der Zeit und den Geldmitteln entsprechender Bau geworden. Das Hauptstück bildet das Altarfenster, welches vom Fußboden bis zur Decke reicht. Es ist aus Stahlbetonstützen in Kreuzform erstellt und mit verschiedenen farbigen Kathedralglasstückchen ausgefacht.
Altar, Kanzel und Taufstein sind in schlichter, einfacher Form gehalten und geben dem Inneren der Kirche einen Stil. Der Türgriff der Eingangstür stellt einen Hahn dar, der vom Professor Hannes Gebhardt (Muthesius-Schule Kiel) entworfen wurde. Der Griff selber ist eine Stiftung von Pastor Kiesow aus Göteborg, einem gebürtigen Ellerbeker.

Eine sehr schöne Lösung ist für den Einbau des Gemeindesaales gelungen. Dieser bildet als nördlicher Anbau am Kirchenschiff mit diesem eine Einheit unter dem gleichen Dach wie eine Kirche.

Auf ähnliche Weise sind auch die Verwaltungsräume in die Kirche mit eingebaut. Da die Kirche auf einem Hügel gelegen ist, wurden diese Räume im Souterrain unter dem Altar eingefügt.

Auch der Zwischenbau zum Jugendheim, der als Treppenaufgang und Eingangshalle gestaltet wurde, kann als gute Lösung angesehen werden.

Das Pastorat, das nur wenige Schritte vom Gemeindezentrum entfernt liegt und nur kurze Zeit vor der Einweihung der Kirche bezogen wurde, ist sehr versteckt errichtet worden. So mancher fremde Besucher hat es schon vergeblich gesucht.

Auszug aus
" Chronik - Bugenhagen und Andreas
  der Evangelisch - Lutherischen Kirchengemeinden in Ellerbek und Wellingdorf "